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Köpenick – Fischerkietz und Schlosspark

Die Geschichte des Fischerkietzes reicht bis in das 7. Jahrhundert zurück. Damals gab es dort – wo heute das Schloss Köpenick steht –  eine slawische Burg. Um 1240 errichteten die Askanier an dieser Stelle eine neue Burg. Die Slawen wurden von der Insel vertrieben und ein Teil von ihnen auf dem Ostufer der Dahme angesiedelt. So entstand eine, für jene Zeit typischerweise als „Kietz“ bezeichnete, Dienstsiedlung. Die Einwohner hatten vor allem die neue markgräfliche Burg mit Fischen zu beliefern.

Die älteste nachgewiesene urkundliche Erwähnung des Kietzes stammt aus dem Jahr 1355, vermutlich ist er aber bereits im 13. Jahrhundert entstanden. 1375 sind bereits 24 Häuser nachgewiesen. Die Bewohner lebten vor allem von der Fischerei. Das Erbregister von 1589 führte im Kietz 31 Hausstellen auf, die alle die Fischereigerechtigkeit besaßen. Damit auch die Bewohner auf der flussabgewandten Ostseite der Straße die Fischerei betreiben konnten, wurden zu ihren Grundstücken Wassergassen angelegt. Zum Kietz gehörten größere Wiesenflächen, die weit über die Umgebung verstreut waren, allerdings kein Ackerland.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Kietz teilweise zerstört, später in alter Struktur wieder aufgebaut. An der Größe des Kietzes änderte sich jahrhundertelang nur wenig. Auch 1743 wurden 31 Wohngebäude gezählt, in den folgenden hundert Jahren kamen lediglich sechs hinzu. Die Einwohnerzahl war bis 1858 auf 415 Personen gestiegen. Die Häuser lagen zunächst ausschließlich entlang der Dahme (heute die Straße Kietz), später siedelten sich Handwerker und Gewerbetreibende an der heutigen Gartenstraße an.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eröffneten auf dem Ostufer der Dahme eine Reihe Industriebetriebe. Daneben entstand ein an den Kietz angrenzendes Wohngebiet, die Kietzer Vorstadt. Auch im Kietz selbst entstanden einige mehrgeschossige Wohnbauten. Im Jahr 1898 schließlich wurde der „Kietz bei Köpenick“ gegen den Willen seiner Bewohner in die Stadt Köpenick eingemeindet. Köpenick selbst gehört erst seit 1920 zu Groß-Berlin.

1993 wurde der Kietz zusammen mit der Köpenicker Altstadt vom Berliner Senat zum Sanierungsgebiet erklärt. Das Haus Kietz 27 weist noch eine weitgehende Originalsubstanz aus dem Jahr 1727 auf. Das Haus Kietz 21 stammt aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts. Einige weitere Häuser wie Kietz 19 sind im Kern ebenfalls vom Anfang des 18. Jahrhunderts, jedoch teilweise seitdem mehrfach umgebaut.

Quellen:

Fotografien: Thomas Gielow, April 2012

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