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Fürst-Pückler-Park Branitz

Der Fürst-Pückler-Park Branitz ist das Lebens-, Alters- und Meisterwerk des exzentrischen Gartengestalters Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871) und die bedeutendste der Cottbuser Parkanlagen. Nichts lässt ahnen, dass dieses Idealbild der Natur auf Grundlage einer einstmals ebenen, kargen und teilweise ausgeräumten Agrarlandschaft angelegt wurde. Aus diesem Nichts geschaffene, fein geschwungene Erdmodellierungen, elegant geführte Seen- und Wasserläufe und in Vollendung gestaltete Gehölzkompositionen zeigen Branitz als Klimax der Entwicklung der Landschaftsgartenkunst und verschaffen ihm zu Recht den Stand eines Gartendenkmals von internationalem Rang.

Im Zentrum des Landschaftsgartens befindet sich Schloss Branitz, Alterssitz Fürst Pücklers. Das Wahrzeichen des Parks sind die beiden weltweit einmaligen Erdpyramiden, die Landpyramide sowie die Seepyramide, auch Tumulus genannt, welche Fürst Pückler als seine letzte Ruhestätte inszenierte.

Entstanden ist die Gartenanlage ab 1846 nachdem Pückler die Standesherrschaft Muskau, seinem Jugendwerk, verkaufen musste. Das über 600 Hektar große Branitzer Gartenkunstwerk wurde meisterhaft im Zonierungsprinzip angelegt. Hiermit gemeint ist die allmählich zunehmende Verdichtung der gestalterischen und pflegerischen Intensität von den äußeren Parkbereichen, über den Innenpark und den Pleasureground hin zum Zentrum der Anlage, dem Schloss. Wie er in seinem Fachbuch „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei“ schreibt, sollte dieser Pleasureground mit mehreren Sondergärten als Fortsetzung der Räume des Schlosses unter freiem Himmel gestaltet werden. Er war dem Fürsten, seiner Familie und seinen Gästen vorbehalten, während der anschließende Innenpark von Anfang an der Öffentlichkeit zugänglich war.

Die Herrschaft Branitz gelangte 1696 in den Besitz der Grafenfamilie Pückler. 1785 zog die Familie nach Muskau, Branitz wurde verpachtet. Die Gestaltung des Branitzer Parks begann 1845, als Hermann von Pückler-Muskau seinen damaligen Wohnsitz Schloss Muskau und den dortigen Park aufgrund finanzieller Probleme verkaufte und nach Branitz zog. Im Alter von 60 Jahren begann er hier diesen weiteren Landschaftspark nach englischem Vorbild anzulegen. Bis in die 1850er Jahre wurden zunächst der Pleasureground und der Innenpark um das Schloss herum gestaltet, im Anschluss entstand die Pyramidenebene mit den beiden Erdpyramiden. Unter dem Nachfolger des Fürsten Pückler, dessen Stiefcousin Heinrich Graf von Pückler, erfolgten im Park weitere Um- und Ausgestaltungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Familie von Pückler enteignet und Park und Schloss Branitz in Volkseigentum überführt. Durch die Bodenreform wurden anschließend Teile der Ländereien, vor allem im Außenpark, sowie die Gutsökonomie und die Schlossgärtnerei, in Privateigentum bzw. volkseigene Betriebe überführt. Seit 1995 wird der Innenpark mit Pleasureground und Schloss von der kommunalen Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz verwaltet und gepflegt. Nach und nach konnten Teile der ehemaligen Gutsökonomie sowie die Schlossgärtnerei saniert und wieder in den Park integriert werden.

Durch seine Parkschöpfungen, insbesondere in Muskau und Branitz, zählt Hermann Fürst von Pückler-Muskau neben Peter Joseph Lenné und Friedrich Ludwig Sckell zu den bedeutendsten deutschen Gartenkünstlern des 19. Jahrhunderts.

Der Fürst-Pückler-Park Branitz ist Mitglied im Europäischen Parkverbund Lausitz – „Von Graf Brühl bis Fürst Pückler“ – weitere Mitglieder sind der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, der Ostdeutsche Rosengarten Forst und der Schlosspark Brody/Pförten. Für das Jahr 2012 konnten rund 200.000 Besucher für die Parkanlagen und 63.000 Besucher für die Museen und sonstige Veranstaltungen ermittelt werden. Seit Ende August 2015 ist der Tumulus, die Grabpyramide von Fürst Pückler, in restauriertem Zustand zu sehen.

Quellen:

Fotografien: Thomas Gielow – Oktober 2012

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