Das Ahrensburger Schloss

Die Familie Schimmelmann und der Sklavenhandel

„Alles, was er anfasst, wird zu Gold“, sagten einst viele Zeitgenossen bewundernd über ihn und meinten damit Schimmelmanns beispiellosen Aufstieg vom bürgerlichen Kaufmann zum dänischen Schatzmeister (Minister), der in den Adelsstand erhoben, die Herrschaft über drei Landgüter ausübte und schließlich Schlossherr in Wandsbek war.
Seine politische Karriere wurde noch von seinen wirtschaftlichen Ambitionen übertroffen. Genau genommen bedingten sie einander. Denn als Minister und Kaufmann in Personalunion verquickte er geschickt staatliche Interessen mit privaten und konnte seinen Reichtum weiter mehren. Doch ohne Schimmelmanns Beteiligung am Handel mit afrikanischen Sklaven, die seinerzeit auch als „Schwarzes Gold“ bezeichnet wurden, hätte er nicht den Ruf eines wirtschaftspolitischen Genies erlangen können.

Graf Heinrich Carl von Schimmelmann (1724-1782) herrschte über die Güter Lindenborg/Dänemark, Ahrensburg und Wandsbek. In Hellebek auf Seeland/Dänemark betrieb er eine Fabrik, wo eine große Belegschaft in mechanisierten Arbeitsgängen Flinten herstellte. In einer Raffinerie in Kopenhagen ließ er Rohzucker von den westindischen Plantagen zu Weißzucker verarbeiten. Roggen vom Gut Ahrensburg kam als Branntwein in den Wirtschaftskreislauf, wöchentlich bis zu 1000 Liter. In Wandsbek wurde westindische Baumwolle zu Kattunstoffen verarbeitet bzw. bedruckt. Um die Kattunfabrik aufbauen zu können, erhielt der Wandsbeker Fabrikant Peter von Lengercke von Schimmelmann ein Darlehen. Schließlich waren dort bis zu 250 Arbeitskräfte beschäftigt. Die Druckplatten für den Kattundruck stellte man ebenfalls in Wandsbek her. Die Straße Kattunbleiche erinnert noch an diese Zeit. Darüber hinaus gehörten Schimmelmann vier Plantagen auf den westindischen Inseln, die er dem dänischen König abgekauft hatte.

Quelle: http://www.astrid-louven.de (weitere siehe unten)

 

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