Thermencongress – Badgastein

Planung 1966 bis 1969
Architekt Gerhard Garstenauer, Salzburg, Austria
Bauzeit 1970 bis 1974
Sieben geschossiges Mehrzweckgebäude, „Tiefhaus“
Stahlbeton-Fertigteile, Ortbeton

Der Architekt Gerhard Garstenauer schreibt in seinem Buch „Interventionen“:

„Den hochragenden Hotelbauten (in Badgastein) wurde eine Horizontale – sichtbarer Ausdruck eines Ortes der Begegnung – entgegengesetzt. Die Anlage staffelt sich so nach unten, dass den Besuchern stets die Aussicht auf Tal und Gebirge erhalten bleibt.“ … „Das Bauwerk wurde am Steilhang des Talschlusses unterhalb der Hauptstraße so situiert, dass die volle Länge von 130 Meter zwischen den Hotels Sponfeldner und Weismayr ausgenützt werden konnte. Es entstand ein siebengeschossiges „Tiefhaus“, das in seinem Mittelteil 14 Meter über die nördliche Fluchtlinie der genannten zwei Hotels wie ein mehrreihiger Balkon in die Felsschlucht vorspringt. Auf diese Weise wurde ein Bauareal von über 50 Meter Breite erreicht. Von besonderer Bedeutung ist dies für das Geschoss auf dem Niveau der Straße, denn hier wurde durch entsprechende Gliederung der Hauptplatz und ein Zentrum ausgebildet, das dem Ort bis dahin abgegangen war. Der ganze, rund 30 Meter hohe Bau wurde im Baukastensystem aus Stahlbeton-Fertigteilen über einer Stützebene in Ortbeton errichtet.“

Terrasse

„Die Außenwände wurden aus Glas und Holz gefertigt, aus Glas nicht zuletzt deshalb, weil sich vom Standort des Gebäudes aus eine prachtvolle Fernsicht in das Gasteinertal bietet. Ringsumlaufende Terrassen, zu denen sich die dahinter geschützt liegenden Räume öffnen und auf denen man entlang wandern kann, erschließen einen gesteigerten Eindruck der Umgebung. Die Eingangshalle wurde allseitig verglast, um den Blick von der Straße aus ins Tal freizuhalten und einen Anreiz zum Betreten des Gebäudes zu geben.“ Das Galeriegeschoss ist „umgeben vom Foyer mit mobilen Garderoben. Im Norden das Foyer mit den Haupttreppen und den Liftgruppen. Im Süden der Verbindungsgang unter der Gasteiner Hauptstraße zum Haus Austria und zur Parkgarage. Im Osten Kongressräume mit mehreren Kongressbüros. Im Westen das Casino sowie Nachtlokal mit gemeinsamer Eingangshalle.“

„Im Zentrum der Mehrzwecksaal, dessen Fußboden je nach Bedarf in Einzelsegmenten der Höhe nach verstellbar ist; die Wände des Saals sind zum umlaufenden Foyer hin zu öffnen. Im Norden liegt das Foyer mit den Haupttreppen und den Liftgruppen. Im Süden schließen an den Saal Dolmetsch- und Technikkabinen an. Im Osten das Sekretariat, vier Künstlergarderoben, Waschräume, Räume für Arzt, Friseur, Polizei und Feuerwehr sowie eine weitere WC-Gruppe. Im Westen ist das Kongress-Restaurant mit der Küche und allen erforderlichen Nebenräumen angeordnet. Im Depotgeschoss ist die Vorrichtung zum Heben und Senken der einzelnen Saalbodensegmente montiert. Weiter finden sich Aufenthaltsräume für das Personal, eine Werkstätte, große Lagerräume etc.“

Für das Kongresszentrum in Bad Gastein erhielt Gerhard Garstenauer den Salzburger Architekturpreis.

Heute ist das Bauwerk dem Verfall preisgegeben. Der Zugang zum Gebäude ist verboten! Alle nachstehenden Fotografien durch die Fenster der Eingangshalle.

Eingang – Galeriegeschoss

weitere links zum Thema:

Gastein im Bild

Wikipedia – Kongresshaus Bad Gastein

Geht Gastein baden?

Leben mit dem Schandfleck im Ortskern

Bad Gastein: Philippe Duval schmiedet Millionenpläne.

Pläne der Gasteins Historic City GmbH

Geschichte-Tradition

Roland Vater: Eine Liebeserklärung an Bad Gastein

SOS Brutalismus Homepage

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